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08.05.10 11:22

Weltcup-Sektionsleiter Rolf Enderlin: "Ich kenne bisher keinen genialeren Platz als den in Rammersweier."

Rolf Enderlin vom MTB Südbaden e.V. ist Sektionsleiter beim UCI Mountain Bike World Cup am 22./23. Mai 2010 in Offenburg. Der 46-jährige Eichstettener sorgt dafür, dass während der Rennen entlang der Strecke alles seinen gewünschten Gang nimmt, keine Zuschauer auf die Strecke laufen und die Sicherheit aller Beteiligten gewährleistet ist.


1) Herr Enderlin, sie sind seit der Premiere vor vier Jahren beim Weltcup in Offenburg als Sektionsleiter dabei. Was ist ihr persönliches Highlight, wenn sie auf die bisherigen Events zurückblicken?

Prinzipiell war jedes Jahr ein Highlight für sich. Aber sicherlich war das erste Jahr das spannendste Jahr für uns. Natürlich wussten wir da noch gar nicht was wirklich auf uns zukommen wird, wir waren alle sehr angespannt und wollten auf keinen Fall Fehler machen. Uns war ja schließlich klar, dass es sich hier um Profirennen handelt und es keine Hobbyveranstaltung ist. Am Ende waren wir mächtig stolz, dass es nahezu reibungslos über die Bühne ging.


2) Ihre Aufgabe führen sie ehrenamtlich aus? Was treibt sie Jahr für Jahr an, beim Weltcup dabei zu sein? Ist es die Leidenschaft zum Mountainbikesport?

In erster  Linie sicherlich der Mountainbikesport an sich, schließlich sind wir im Verein alle begeisterte MTB Fans. Aber vor allem auch die Nähe zum Veranstalter hat uns überzeugt, dass wir hier an der richtigen Stelle helfen können und wollen. Leider haben viele Profiveranstaltungen den Ruf, dass ehrenamtliche Helfer einfach nur benutzt werden und am Ende nicht mal ein Dankeschön ernten. In Offenburg ist das ganz anders. Jörg und Anna stehen dort in Person für die Sache gerade und schätzen jede Unterstützung. Das spürt man und wird dann auch bestätigt. Wir hatten seit der damaligen Kontaktaufnahme zu den beiden auch neben dem Weltcup immer wieder Gelegenheiten uns gegenseitig zu unterstützen. So soll es sein bei einer Kooperation. Von dem abgesehen, finden wir es unglaublich was die beiden mittlerweile in Offenburg für ein Rad drehen und nebenbei auch noch selbst auf hohem Niveau Sport treiben. Da ist echtes Zeitmanagement gefragt. Da ich selbst Unternehmer bin, weiß ich von was ich rede.


3) Unter den Athleten gilt Offenburg als der beste Weltcup im Rennkalender. Auch der Weltradsportverband UCI hat Offenburg zuletzt zweimal in Folge zum besten Mountainbikeevent des Jahres gekürt. Was macht diese Veranstaltung ihrer Meinung nach so einzigartig?

Eben typisch deutsch würde ich sagen. Alles bis aufs kleinste Detail geplant und organisiert. Dafür sind wir Deutschen ja schließlich in der ganzen Welt bekannt. Und dann natürlich die super Strecke. Da ist alles drin was zum Profirennen gehört. Da ich die Strecke selbst auch schon mehrfach komplett gefahren bin weiß ich von was ich rede. Die Drops sind absolut perfekt positioniert und stellen selbst den einen oder anderem Profi vor eine große Aufgabe. Und letztendlich spielt sich ja alles auf einer so kleinen Fläche ab. Das ist für die Zuschauer natürlich sehr praktisch. Ich kenne bisher keinen genialeren Platz als den in Rammersweier. Das ist ja kaum zu toppen.


4) Die Fans wollen natürlich möglichst nah an den Stars der Szene dran sein. Sie hingegen müssen als Sektionsleiter der Streckenposten für die Sicherheit aller Beteiligten sorgen? Gab es in der Vergangenheit schon ernsthafte Unfälle und Probleme?

Man muss grundsätzlich sagen, dass die Zuschauer doch sehr vernünftig sind und vor dem Betreten der Strecke Respekt haben. Und solange die Sektionsleiter und Streckenposten einen souveränen Eindruck hinterlassen und alles im Griff haben wird es auch so bleiben. Einzellfälle gibt es natürlich schon mal, wo man mal etwas lauter werden muss, vor allem die Photografen sind da manchmal etwas uneinsichtig. Nur für uns geht die Gesundheit der Fahrer und der reibungslose Rennverlauf eben vor.
Es war soviel ich weiß bisher nur einmal ganz knapp als ich letztes Jahr am Dual Speed gerade noch ein kleines Kind von der Strecke ziehen konnte als der Fahrerpulk schon heranrauschte. Da war es wirklich sehr knapp. Ernsthafte Unfälle gab es meines Wissens aber bislang keine.


5) Die deutschen Fans hoffen auf den ersten Weltcupsieg bei den Herren seit 1993. Manuel Fumic und Wolfram Kurschat rechnen sich beim Heimspiel in Offenburg Chancen auf den großen Coup aus. Wie beurteilen sie die Aussichten der Deutschen?

Das wird sicher sehr schwer. Zum einen sind die Schweizer momentan extrem stark und fahren konstant Top Ergebnisse, zum anderen ist Julien Absalon bislang in Offenburg immer sein bestes Rennen gefahren, da ihm die Strecke wohl extrem gut liegt. Er war bisher der einzige, der quasi über die Strecke scheinbar mühelos schwebt. Bei allen anderen sah das immer viel angestrengter und ruppiger aus. Für mich persönlich ein Phänomen und von einem anderen Stern was das angeht.
Aber wer weiß, wenn die Tagesform passt gibt es eventuell sogar eine Überraschung aus dem deutschen Lager. Ich persönlich würde mich als Freiburger natürlich über eine Top Platzierung von Moritz Milatz freuen.


6) Sie verfolgen das Weltcupgeschehen seit vielen Jahren. Wie lautet ihr Expertentipp für die Rennen am Pfingstsonntag?     

Wie schon erwähnt, wenn alles normal abläuft glaube ich an einem erneuten Sieg von Julien Absalon. Ansonsten sehe ich die Schweizer ganz vorne. Allen voran Nino Schurter und Ralph Näf. Bei den Damen ist für mich Lisi Osl die Favoritin. Ich glaube das ist eine Strecke, die ihr liegen wird. Eine Strecke für leichte Fahrerinnen, die aber technisch alles können müssen. Das müsste passen für die sympathische Österreicherin.