17.05.10 17:44
Interview mit Weltmeisterin Irina Kalentieva: "Die Konkurrenz bei uns Frauen ist im letzten Jahr viel härter geworden!"
Die Russin Irina Kalentieva ist amtierende Mountainbike-Weltmeisterin im olympischen Cross Country. Den Weltcup in Offenburg hat die 33-Jährige bereits zweimal gewinnen können. Auch in diesem Jahr gehört die exzellente Technikerin, die für das deutsche Topeak Ergon Racing Team fährt, zu den Topfavoritinnen auf den Sieg.
1. Sie sind auf einem kleinen Bauernhof in der ehemaligen Sowjetunion aufgewachsen und beschreiben ihre Kindheit dort als nicht einfach. Wie haben sie es unter diesen Bedingungen trotzdem geschafft den Weg für eine solch erfolgreiche Karriere zu ebnen?
Vielleicht war die entbehrungsreiche Kindheit in Russland geradezu eine Triebfeder für meinen späteren Erfolg. Wir hatten wirklich nicht viel in meiner Heimat. Das hat mir den Antrieb und den Willen gegeben dies zu ändern. Der Sport hat mir die Möglichkeit dazu gegeben.
2. Im Jahr 2003 haben sie ihren Wohnsitz von ihrer russischen Heimat nach Deutschland verlegt. Warum sind sie diesen Weg gegangen und welchen Anteil hat der Umzug an ihrem Erfolg?
Der Schritt nach Europa umzuziehen hatte mehrere Gründe: Zum einen kann man hier sogar im Winter noch gut trainieren (in Russland ist es viel zu kalt und es liegt viel zu viel Schnee), zum anderen kann man hier in der Saison viel mehr Rennen fahren als wenn man immer aus Russland anreisen muss. Zudem konnte ich viel durch das Beobachten meiner Konkurrentinnen lernen.
3. Aufgrund ihrer zahlreichen Siege im Gesamtklassement werden sie als „Miss Bundesliga“ bezeichnet. Außerdem haben sie von der russischen Meisterschaft über Weltcupsiege, die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen bis hin zur Weltmeisterschaft 2009 schon alles gewonnen. Was war das bisherige Highlight und welche Ziele setzen sie sich noch für die Zukunft?
Highlights waren natürlich der Gesamtweltcupsieg, die beiden WM Titel und die olympische Medaille. Jeder dieser Erfolge war ganz besonders für mich und ich verbinde viele verschiedene Erinnerungen und Geschichten damit, so dass ich diese Erfolge gar nicht miteinander vergleichen möchte. Für die Zukunft liegt mein Fokus auf dem erneuten Gewinn eines WM Titels, einzelnen Weltcupsiege und der Weltcupgesamtwertung. Auch die nächste Olympiade in London habe ich schon im Visier, aber bis dahin ist es natürlich noch ein langer Weg.
4. In den Jahren 2007 und 2008 standen sie in Offenburg ganz oben auf dem Podest. Wer sind die größten Konkurrentinnen auf dieser spektakulären Strecke und warum reicht es am Ende zum dritten Triumph?
Hehe, ich weiß nicht, ob ich in diesem Jahr wieder in Offenburg gewinnen kann. Die Konkurrenz bei uns Frauen ist im letzten Jahr viel härter geworden, nun gibt es mehr als nur eine handvoll an Konkurrentinnen, die ein solches Rennen gewinnen können. Wenn ich es schaffe in Offenburg Top 3 zu fahren wäre ich schon sehr zufrieden.
Aber vielleicht ist es ja ein Vorteil, dass ich schon zweimal in Offenburg gewonnen habe, ich weiß also schon wie das geht!
5. Gestatten Sie uns einen Blick hinter die Kulissen. Wie sieht ihr Alltag aus?
Mein Alltag ist natürlich geprägt von Training, sportgerechtem Essen, Erholung und den vielen Reisen zu den Rennen. Wenn ich aber mal etwas Zeit für mich habe, dann gehe ich zum Beispiel gerne shoppen oder auch mal ein leckeres Eis essen
6. Welches ist für Sie das wichtigste Problem, das die Politik lösen muss?
Puuhh, das ist aber eine schwierige Frage. Ich denke am wichtigsten auf der Welt ist, dass alle Menschen in Frieden und ohne Hunger miteinander leben können.
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