13.05.10 10:00
Blaza Klemencic: „Die Popularität einer Sportart steigt und fällt mit ihrer Präsenz in den Medien“
Blaza Klemencic gehört seit Jahren zu den besten Mountainbikerinnen der Welt. Die 30-jährige Slowenin hat sowohl im olympischen Cross Country als auch im Mountainbike-Marathon schon etliche Erfolge feiern können. In dieser Saison fährt Klemencic für das FELT ÖTZTAL X-BIONIC Worldcup Team, das beim Weltcup in Offenburg sein Heimspiel hat.
1. Sie sind sehr vielseitig und starten auch diese Saison sowohl bei Cross Country- als auch bei Mountainbike Marathonrennen. Welche Disziplin liegt ihnen mehr?
Im Marathon habe ich zwar die besseren Resultate eingefahren, trotzdem fahr ich lieber Cross Country. Das liegt unter anderem daran, dass mir die kürzeren und technisch anspruchsvolleren Strecken mehr zusagen und dass die Konkurrenz da deutlich stärker ist. Außerdem ist Cross Country olympisch und die Olympischen Spiele sind schließlich der Traum jedes Sportlers.
2. Dieses Jahr findet die Marathon-Weltmeisterschaft in St. Wendel statt. Eine Bronze- und eine Silbermedaille haben sie schon gewonnen. Warum reicht es dieses Mal für Gold?
Ich bin optimistisch für St. Wendel weil ich die Strecke dort gut kenne und sehr mag. Auf diesem Kurs ist mir bereits 2005 ein Weltcupsieg gelungen und auch sonst kam ich in St. Wendel immer gut zurecht. Aber die Konkurrenz ist stark, gerade Sabine Spitz und Esther Süss muss man auf der Rechnung haben.
3. Nach einem technischen Defekt beim Weltcupauftakt im englischen Dalby Forest sind sie trotz der schlechten Ausgangsposition in Houffalize (BEL) von Startplatz 58 auf Platz 16 vorgefahren. Was haben sie sich für Offenburg vorgenommen?
In Dalby hatte ich großes Pech aber in Houffalize habe ich gezeigt, dass ich ganz vorne mitfahren kann. In Offenburg will ich nun unter die Top 10. Meine Ausgangsposition ist viel besser als noch in Belgien. Außerdem mag ich die technisch anspruchsvolle Kurssetzung auf der Heimstrecke meines Teams.
4. In ihrer slowenischen Heimat sind sie ein Sportstar über den permanent berichtet wird. Wie sehen sie den Mountainbikesport und was müsste man ihrer Meinung nach tun um ihn nach vorne bringen?
In Slowenien fehlt die starke Konkurrenz, dort dominiere ich das Geschehen seit Jahren. Die Popularität einer Sportart steigt und fällt mit ihrer Präsenz in den Medien. Der Straßenradsport hat in Slowenien eine größere Bedeutung als das Mountainbiken. Dadurch, dass die Damen und Herren am gleichen Tag ihre Rennen austragen und die Strecken immer zuschauerfreundlicher gestaltet werden, wird der Mountainbikesport immer attraktiver. Jetzt wäre es wünschenswert, dass die Medien das Potential erkennen.
5. Gestatten Sie uns einen Blick hinter die Kulissen. Wie sieht ihr Alltag aus?
Da ich im Oktober 2009 mein Studium der Administration beendet habe und jetzt die Doppelbelastung nicht mehr habe, kann ich mich besser auf den Sport konzentrieren. Ich der Regel habe ich zwei Trainingseinheiten am Tag. In meiner Freizeit schaue ich gerne Fernsehen oder eine gute DVD. Aber am aller liebsten schlafe ich viel und lange.
6. Welches ist für Sie das wichtigste Problem, das die Politik lösen muss?
Es gibt so viele Probleme, dass ich da keines besonders hervorheben will. Ich halte es für wichtig, dass man nie den Blick auf den Einzelnen verliert. Das Individuum geht in der heutigen Zeit immer mehr verloren.
Foto Copyright: Ernst Lorenzi / Team FELT ÖTZTAL X-BIONIC



